Der Antrag der CDU-Fraktion zur Einführung eines Pfandsystems für Mehrfach-Kaffeebecher und die damit verbundene Reduzierung von Einwegmüll wird von der Fraktion der Freien Wähler unterstützt.

Ich kenne noch eine Zeit, gar nicht so lange her, in der man ohne das Mitführen eines Wegwerf-Kaffeebechers auch ganz gut zurecht kam! Nun haben sich unsere Zeiten bekanntlich geändert oder sind im Begriff, sich ständig zu verändern. Die Frage lautet allerdings, ob davon alles besser wird? Im Fall von „Coffee-to-go“, ist das sicher nur teilweise so. Aus den USA zu uns „herüber-geschwappt“, ist die Verbreitung der Wegwerfbecher mit dem schnellen Kaffee inzwischen zu einem Milliardengeschäft geworden. An jeder Straßenecke bekommt man solch ein Getränk. Ob es gebraucht wird, sei einmal dahin gestellt. Es ist eben „hip“ und „stylisch“, liegt voll im Trend. Und den Bedarf schafft die Industrie gerne selbst, indem sie ein neues Geschäftsfeld für sich entdeckt hat. Früher lebten wir sicher auch nicht schlechter, als das Trinken durch einen Plastikdeckel mit „Löchle“ noch unbekannt war.

Nun geht es bei dem Antrag ja um Reduzierung von Verpackungsmüll – und schon deshalb halten wir das für unterstützenswert! Wir müssen uns täglich an die eigene Nase fassen und uns fragen, ob wir statt weniger, immer mehr Verpackungsmüll produzieren wollen? Unser Ehrenvorsitzender, Dr. Huber, machte schon vor beinahe 50 Jahren mit seiner Forderung nach Mülltrennung auf die Problematik aufmerksam! Damals wurde er belächelt, wenn er mit der „Jute-Tasche“ zur Gemeinderatssitzung kam. Sein Appell sollte nicht ungehört bleiben. Grüne gab es noch nicht und auch keine engagierte CDU-Fraktion, die das Umweltschutzthema – wahlkampftaktisch geschickt – für sich zu entdecken scheint. Die Zeiten haben sich offenbar auch in der Politik geändert. Bis sich allerdings in unseren Köpfen etwas ändert, braucht es noch viel mehr solcher Aktivitäten. Wie wäre es eigentlich, wenn man zuhause frühstückt und genüsslich seinen Kaffee aus eigener Tasse trinkt? Zwar werden sich Bäckereien und Stehcafes über diesen Vorschlag wenig freuen, aber unsere Umwelt schon. Denn das Problem sollte nicht weiter wachsen! Wir müssen den Müll nicht nur trennen, sondern besser gleich vermeiden. Zwar können wir gebrauchte Verpackungen verbrennen, aber mit Recycling ist das so eine Sache. Heute weiß man, dass vieles davon, was wir in gelben Säcken abtrennen, gar nicht wiedergewonnen wird, sondern in den Meeren als Müll auftaucht! Ganz zu schweigen von dem Energieaufwand und Erdölverbrauch, der die Herstellung der Verpackungen verursacht. Deshalb ist es löblich, wenn wir auch in unserer Kommune wenigstens den Anstoß dazu geben – der im Übrigen eine alte Forderung der Freien Wähler ist – das Bewusstsein für ein überdachtes Müllvermeidungsverhalten in der Bevölkerung zu schaffen.


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