Am vergangen Dienstag diskutierten die Gemeinderatsfraktionen intensiv in der VKS-Sitzung wie die Problematik von ca. 100 fehlenden Kindergartenplätzen ab Herbst zu lösen sei.

Mit der als alternativlos dargestellten Vorgehensweise waren wir nicht einverstanden.

Insbesondere im Stadtteil Echterdingen ist die Lage prekär: über 50 Kindergartenplätze fehlen allein in diesem Stadtteil. Zwar kann der Walddorf-Kindergarten durch eine zusätzliche Gruppe, die wir mit unserer Zustimmung bewilligten, etwas auffangen, doch dies reicht bei Weitem nicht. Unsere Stadt ist auf 40.000 Einwohner angewachsen. Dementsprechend hoch ist die Nachfrage nach Kindergartenplätzen. Da musste ein kurzfristige Lösung her! Und diese sah so aus: die Stadt wollte in der Stadionstraße (ehemalige Musikschule) Räume im Erdgeschoß und Untergeschoß anmieten, diese Räume für ca. 500.000 Euro kindgerecht umbauen und dort einen dreigruppigen Kindergarten unterbringen. Der komplett fehlende Aussenbereich sollte durch mehr Quadratmeter pro Kind und die Nutzung der nahegelegenen Obstwiese in den Gärtlesäckern und Spielplätze im Bereich „Gartenstadt am Ziegelhain“, die von der Stadtverwaltung als „stark begrüntes Areal“ dargestellt wurde, kompensiert werden.  

Mal abgesehen davon, dass hier unsere Wahrnehmung doch völlig abweichend ist und wir Grün im äußerst eng bebauten Bereich Echterdingen Nord eher als Mangelware empfinden, halten wir einen Kindergarten in diesen Räumen für völlig abwegig. Drumherum herrscht sehr viel KfZ-Verkehr. Wenn nicht sogar am meisten in der gesamten Stadt. Der Busbahnhof, die Stadionstraße und die Hauptstraße verlaufen in unmittelbarer Nähe. Wie sollen Klein-Kinder da sicher zu den „nahegelegenen Obstwiesen“ geführt werden? Man kann sich den Aufschrei der betroffenen Eltern schon heute vorstellen! Zudem sollen Mehrzweckräume im Keller untergebracht werden! Kinder im Keller ? Ja, Sie haben richtig gelesen – auch wir Freien Wähler halten das für völlig daneben!

Sicher, uns ist klar: die Not ist groß ! Wir müssen Plätze schaffen – der gesetzliche Anspruch drängt uns dazu. Aber dann nicht über Alternativen nachzudenken und sich auf nur eine Lösung zu versteifen, mit dem Architekten komplette Pläne zu erstellen, Ortstermine durchzuführen und uns ohne Einbeziehung des Gemeinderats weder im Ältestenrat, noch in nichtöffentlicher Sitzung vorab zu informieren – das ist mehr als ungeschickt. Wir wollen mitgenommen werden und an der bestmöglichen Lösung mitarbeiten. Und wir haben durchaus Vorschläge: warum nicht einen Container übergangsweise für 2 Jahre auf einem städtischen Grundstück aufstellen und dann am Layhweg die Erweiterung nach B-Plan-Änderung bauen ? Die brauchen wir sowieso.

Überhaupt fragen wir uns, wieso Container, die wir erst vor 2 Jahren gekauft haben (um Geld für Anmietungen zu sparen) heute plötzlich aus energetischer Sicht baurechtlich nicht mehr zulässig sein sollen! Das ist doch Behörden-Wahnsinn! Langsam machen uns unsere eigene  Vorschriften kaputt! Damals hatte man in die Container eine Fussbodenheizung eingebaut, damit sich die Kinder nicht an einem heißen Heizungsrohr (wie in der Vergangenheit passiert) verbrennen. Nun ist genau das der Knackpunkt und bricht uns das Genick!

Wir brauchen aber dennoch eine kurzfristige Lösung interimsweise und auch längerfristige Lösungen! Mit diesem Auftrag haben wir die Verwaltung zurück an die Schreibtische geschickt. Auch wenn wir wissen, dass dies viel Arbeit ist und es etwas mehr Zeit braucht. Aber für eine bessere Lösung sollten wir alle, Stadt und Gemeinderat, im Interesse unserer Kinder immer bemüht sein.  

 


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