Das musste fast so kommen: die Gebühren für Kitas sollen steigen, zunächst um 5,6 % und dann sogar auf 8 Prozent. Außerdem müssen mittelfristig 10,6 Mio. für Neubauten und dringende Sanierungen der Einrichtungen bereitgestellt werden.

Die neuen Wohngebiete sind aufgesiedelt. Schneller als erwartet. Das ist schön und zunächst Grund zur Freude. Leinfelden-Echterdingen erfreut sich immer größerer Beliebtheit bei den Menschen in der Region Stuttgart. Gerade auch junge Familien zieht es hierher.

Mit den „Schelmenäckern“ in Leinfelden und weiteren Neubaugebieten will die Stadtverwaltung der steigenden Nachfrage nachkommen. Und nicht zuletzt muss auch für Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung der gesetzlich vorgeschriebene Wohnraum geschaffen werden.

Das bleibt nicht ohne Folgen. Auch Kindertagesstätten müssen neu errichtet und saniert werden. Das Schaffen neuer Plätze wird eine Hauptaufgabe bleiben, hören wir von der Verwaltung.

Um die Investitionen in Gebäude und die Folgekosten für dringend benötigtes Personal in diesem Sektor wenigstens etwas im Rahmen zu halten, half uns in früheren Jahren das in LE entwickelte Modell der Tagesmütter.

Im letzten Trägergepräch wurde uns von den Vereinsvorsitzenden hierzu ein aktueller Bericht gegeben. Dem großen Engagement haben auch wir unseren herzlichen Dank ausgesprochen.

Aber: durch den fortschreitenden Ausbau der ortsgebundenen Kitas werden die Tagesmütter nicht mehr so stark nachgefragt wie früher. Fast 30 Tageseltern weniger, sprechen hier eine deutliche Sprache. Der Trend geht klar zur Kita. Die Stadt ist diesem Trend gefolgt. Immer mehr neue Einrichtungen – das ging und geht leider auch zu Lasten der Tagesmütter – und belastet zudem den städtischen Haushalt. Das Tagesmüttermodell, das einst ausgehend von LE bundesweit Schule gemacht hat und viele Nachahmer fand, scheint  hierzulande zum Auslaufmodell zu werden. Das finden wir sehr schade! Wie in anderen Orten kämpfen wir mit den Folgen der Familienpolitik, die den Kommunen von der Bundesregierung aufgezwungen wurde. Im Hinblick auf das Tagesmüttermodell sollten wir uns fragen, ob wir gut genug kommunizieren. Welche Eltern wissen schon, dass es einen Tagesmütterverein gibt, dass dort flexibelste Betreuungszeiten und eine fast individuelle Betreuung in kleinsten Gruppen (max. 4 Kinder) möglich sind. Gerade vor dem Hintergrund, dass wir eigentlich in dieser Stadt für den weiteren Kita-Ausbau und das dazu notwendige Personal gar kein Geld mehr haben, könnte die Förderung der Tagesmütter zur Haushaltsentlastung beitragen. Zur nachhaltigen Finanzierung unserer Kinderbetreuung müssten wir wohl zusätzlich wieder mehr Gewebe- statt neuer Wohngebiete aufsiedeln. Nur dann können wir es schaffen, die Gebühren für die Eltern einigermaßen stabil zu halten.


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