Stadtmarketing und Märkte im VKS beraten

Das Stadtmarketing und der Beschluss zu seinem Jahresbudget in Höhe von rund 754.000 Euro stand am vergangenen Dienstag als Tagesordnungspunkt auf der Agenda des VKS im Leinfelden-Echterdinger Gemeinderat.

 

Um es vorweg zu nehmen: mehrheitlich stimmten wir – zwar mit einigen kritischen Anmerkungen und einer Enthaltung, die wir sehr gut nachvollziehen können, letztlich zu.

Im Zuge der Beratungen stellten wir einen Antrag zu Überprüfung der Kosten und Wirksamkeit der LE-Card. Dieses Marketing-Instrument tritt seiner seiner Einführung auf der Stelle. Viel mehr als die anfangs gewonnen Geschäfte sind als Akzeptanzstellen nicht hinzugekommen. Trotz einiger publikumswirksamer Aktionen (Herbstlotterie, Adventskalender) dümpelt die LE-Card leider so vor sich hin. Und zudem verursacht sie einen erheblichen Kosten- und Buchungsaufwand bei den beteiligten Geschäften. Noch trägt die Stadt aus dem laufenden Haushalt die enorm hohen Transaktionskosten von 5 Prozent pro Buchung. Aber was passiert, wenn der Haushalt dies nicht mehr hergibt? Wie viele Ladeninhaber können und wollen sich ein solch teures System dann noch leisten? Hinzu kommt, dass viele Beträge auf den Karten der Mitarbeiter unabgerufen schlummern, die Guthaben vor Ort gar nicht eingelöst werden! Ähnliches gilt für Jubilare, die nicht wissen, wie und wo sie das Geld auf der „Geschenk-LE-Card“ einlösen können. Wir meinen deshalb, dass nach zwei Jahren intensiver Testphase, eine Evaluation dringend notwendig wird!

 

Martinimarkt ohne Information der Bevölkerung abgesagt

Stadtmarketing spielt natürlich auch eine Rolle bei den Marktveranstaltungen im Stadtgebiet. Dass unser Stadtmarketing für den letzte Woche am 06.11.2025 ausgefallenen Martinimarkt in Echterdingen gar nicht zuständig ist, haben wir erst bei der Sitzung erfahren. Das wundert natürlich, da Märkte doch genau zur Belebung der Ortskerne beitragen!

Die Traditionsveranstaltung des Echterdinger Martini- und Krämermarktes ist so ein Markt. Denn hier kommen besonders viele Echterdingerinnen und Echterdinger zusammen, die sich seit Generationen mit Ihrem Ortsteil verbunden fühlen. Sie beleben und stärken das soziale Miteinander, erzeugen ein „Wir“-Gefühl. Sie beleben aber auch die örtliche Gastronomie, indem sie, nach dem Marktbesuch unseren gutbürgerlichen Traditionsgasthäusern einen Besuch zum Mittagessen abstatten. Oft bekommt man an diesen Markttagen, dann keinen Platz mehr, so voll sind die Gaststuben! Auch die Echterdinger Geschäfte profitieren erheblich von den Marktbesuchern, die die Marktzeit zum ausgedehnten Einkaufsbummel nutzen und oft noch auswärtige Gäste mit auf den Markt bringen. Dass es nun ausgerechnet diesen Markt erwischen musste, und man aus Kostengründen für die Sicherheitsanforderungen, ohne den Gemeinderat zu informieren, dieses Jahr die Veranstaltung eigenmächtig absagte, die Bevölkerung und Gastronomie darüber nicht im Amtsblatt informierte, halten wir für einen groben Fehler! Wir fordern eine saubere Festivitäten-Konzeption, bei der alle Beteiligten klar wissen was wann wo stattfindet.