Wer erfahren möchte, wie es mit der Zukunft unserer Stadt weiter gehen soll, für den lohnt sich ein Blick in das kostenlose Magazin „viaLE“, das in vielen Geschäften und auf öffentlich Plätzen erhältlich ist.

In der aktuellen Ausgabe erfahren wir wie es mit der sogenannten „neuen Mitte“ zwischen Leinfelden und Echterdingen weiter gehen soll. Im Jahr 2027 soll die Internationale Bauausstellung (IBA) in der Region Stuttgart dafür gesorgt haben, dass die Entstehung einer „völlig neuen, grünen Stadtlandschaft, deren Planung, Entwicklung und Bau, abgeschlossen sein könnte. „Wenn alles wie geplant läuft“, so der Autor des Artikels auf Seite 4-5 in der Ausgabe 4/2019, dessen Name leider nicht erwähnt wird.

In dem genannten Artikel wird nicht mit Superlativen gespart: von „einer ganz großen Chance, die nur einmal kommt“, von „mutig, modellhaft und zukunftsweisend“, von erstmals „EINER gemeinsamen Stadt Leinfelden-Echterdingen“, von einem neuen Stadtteil, von etwas „Innovativem“ ist da die Rede. Aber auch von einer „gewaltigen Aufgabe“.

Der letzte Abschnitt hat unsere Fraktion allerdings besonders betroffen gemacht und uns in unserer letzten Fraktionssitzung am vergangenen Montag mehr als eine Stunde beschäftigt. Wir zitieren ihn hier im Wortlaut: “Es geht nunmehr um die Zukunftsfähigkeit der Stadt. Erhalten Kleinmut und Angst vor dem Kommenden die Oberhand, ist die Zukunft verspielt. Für lange. Gefragt sind Zuversicht und der Wille, neue Ideen zu entwickeln und voranzutreiben. Auch gegen Widerstand. Die Chance ist da. Jetzt. Es gilt, sie zu nutzen.“ Wir fragen uns, ist es kleinmütig, Natur, Landwirtschaft und Lebensräume zu erhalten? Sind wir von Angst getrieben, wenn wir ein behutsames, flächenschonendes Wachstum fordern, bei dem nicht eine weitere, kostbare Filderfläche sinnlos planiert wird? Verspielen wir die Zukunft, wenn wir statt einer neuen Mitte, die Fortführung der U5 bis Echterdingen präferieren? Geben wir der Angst die Oberhand, wenn wir lieber ein zentrales Rathaus schaffen wollen, so wie in der Stadtgründungsvereinbarung von 1975 formuliert?

Man kann sich natürlich aus dieser Vereinbarung seine Lieblingsprojekte herauspicken. Denn beides steht drin. Neue Mitte und zentrales Rathaus. Zwischen Echterdingen und Leinfelden. Wir meinen aber: diese Stadt braucht dringend eine Zielsetzung, was sie eigentlich will. Ein Leitbild eben wie im NKHR gefordert. Das gibt es nämlich nicht. Und vielleicht ist das der Grund, warum immer wieder neue Ideen wie Pilze aus dem Boden schießen. Wir werden dem Einhalt gebieten. Wie in unserer diesjährigen Haushaltsrede gesagt.  Im Interesse unserer Stadt und Ihrer Bürgerinnen und Bürger. Nicht aus Angst oder Kleinmut, sondern mit Weitblick, Zuversicht und dem festen Willen, für unsere Stadt das Beste erreichen zu wollen. Und da kann es auch so sein, dass die Verhinderung eines Projektes auf der grünen Wiese mit riesigem Flächenverbrauch allemal besser ist, als die Profilierung eines IBA-Projekts auf Kosten unserer einzigartigen und immer seltener werdenden Kulturlandschaft.


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