Ein Friedhof als letzte Ruhestätte sollte in erster Linie ein Ort der Ruhe sein, meinen wir Freien Wähler.

Er sollte die Möglichkeit bieten, sich würdevoll von geliebten Menschen verabschieden zu können. Er sollte Räume schaffen, in denen der Schutz der Trauernden ermöglicht wird. Er sollte den Angehörigen, Freunden und sonstigen nahestehenden Personen jederzeit eine Möglichkeit bieten, der Verstorbenen zu gedenken und einen Moment in sich gehen zu können.

Der Friedhof in Echterdingen mit seiner wunderschönen, lichtdurchfluteten, neuen Aussegnungshalle und seiner parkähnlichen Anlage mit den alten, hohen Bäumen bietet all dies.

Darüberhinaus wird er aber auch häufig als Durchgang oder Abkürzung von den Wohnquartieren südlich der Plieninger Straße zur S-Bahn genutzt.

Dass dabei sich oft wenig an die geltende Friedhofsordnung gehalten wird, ist uns von vielen besorgten Bürgerinnen und Bürgern in zahlreichen Gesprächen berichtet worden. Und auch selbst haben wir diese Erfahrungen gemacht. Oft wird bei der Durchquerung des Friedhofs laut gesprochen, mit dem Handy telefoniert, geraucht, Bier getrunken und sogar auf den Boden gespuckt. Dieses Verhalten kann manchmal sogar bei laufenden Trauerfeiern beobachtet werden. Entsprechend herabgewürdigt und belästigt fühlen sich manche TeilnehmerInnen wenn sie solch ein Tun beobachten oder gar selbst beobachtet werden, wenn allzu dicht an der Trauerhalle vorbeigegangen wird. Wir meinen: Trauernde sind verletzbare Menschen. Sie müssen geschützt werden. Auch vor den Blicken der Öffentlichkeit. Der Moment einer Verabschiedung eines Verstorbenen ist ein einschneidendes Erlebnis. Da sollte unserer Meinung nach die Öffentlichkeit außen vor bleiben.

Deshalb sind wir Frau Erster Bürgermeisterin Noller sehr dankbar, dass Sie sich dieser Sache angenommen hat und in der letzten Gemeinderatssitzung auf unsere Anfrage reagiert hat. Zukünftig sollen deshalb nun bald schwarze Bänder während der Trauerfeiern dezent die Wegeführung durch den Friedhof an der Trauergesellschaft etwas weiter entfernt vorbei führen. Dies werten wir als einen erster Versuch, den Friedhof mit der Aussegnungshalle seiner ursprünglichen und eigentlichen Zweckbestimmung wieder zuzuführen. Die Funktion als Durchwegung zur S-Bahn mit all den störenden Begleiterscheinungen ist es aus unserer Sicht jedenfalls nicht.
Es bleibt abzuwarten wie sich die Situation weiter entwickelt. Wenn nach der Sanierung der Burgstraße ein breiterer Fußweg zur Verfügung steht, kann sicher nochmals darüber nachgedacht werden, das hintere Friedhofstor zur S-Bahn zu schließen. Dies würde dann auch verhindern, dass die Toiletten in der Trauerhalle als „Bahnhofsklo“ von S-Bahn-Reisenden aufgesucht oder die Friedhofsbänke für eine Zigarettenpause oder den Genuss einer Flasche Bier missbraucht werden. Und der Weg außen um den Friedhof herum wäre ja schließlich kaum länger.

 


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