Ein seltener Anblick: eine leere Echterdinger Ein seltener Anblick: eine leere Echterdinger Hauptstraße nachmittags um 14.30 Uhr. In wenigen Stunden sieht es hier ganz anders aus …(Foto: E. Wächter) 

 

Jetzt ist es also so weit – es wird ernst: die Fragebögen zum Mobilitätskonzept werden an die ausgewählten Haushalte verschickt und wer nicht angeschrieben wird kann sich online an der Umfrage beteiligen.

Auf Seite 3 des letzten Amtsblattes ist zu lesen: die Stadt „hofft auf eine rege Beteiligung, um eine gute und aktuelle Datenbasis zu erhalten (…), um die Möglichkeiten einer fußgänger- und fahrradfreundlichen Stadt mit weniger Individualverkehr zu erörtern.“

Mal abgesehen davon, dass eine solide Datenbasis eigentlich nicht aus einer möglichst hohen Teilnehmerzahl resultiert, sondern – und dass weiß jeder, der sich mal mit Statistik befasst hat – nur aus der Repräsentanz der Umfrage, erscheint es uns Freien Wählern doch recht fragwürdig, wieso jetzt der Individualverkehr ausgeklammert werden soll.

Es genügt freilich nicht, beim Mobilitätskonzept zu erörtern, wie der zweifelsohne wichtige Fußgänger- und Fahrradverkehr verbessert und gestärkt werden kann – gerade der Autoverkehr, das offensichtliche Hauptproblem, muss mit einbezogen werden.

Es ginge sicher an der Realität vorbei, wenn wir den Individualverkehr außer acht lassen oder ihn womöglich beschränken und so erschweren, dass keinem gedient wird. Wir leben nun mal nicht in einem Luftkurort, sondern an einem Wirtschaftsstandort, an dem gerade auch die automobile Mobilität, ein entscheidender Faktor ist.

Deshalb fordern wir die Stadtverwaltung auf, die notwendigen Verkehrsmessungen in „Rush-Hour“-Zeiten durchzuführen. Eine Zählung darf nicht in den Schulferien oder Mittags stattfinden. Wir haben Frau Erste Bürgermeisterin Noller darum gebeten, die Stauschwerpunkte, die uns alle stören, sowohl die Autofahrer, die nicht vorwärts kommen, als auch die lärm- und abgasgeplagten Anwohner, mit zu berücksichtigen. Besonders die Echterdinger Hauptstraße stadtauswärts in Richtung Stuttgart Mo. – Fr. morgens von 06.45 bis 08.45 und abends von 17 bis 18 Uhr und ebenso die Plieninger, die Stuttgarter und Musberger Straße.

Wenn wir hier Zahlen erheben, wird sicher auch Frau Noller erkennen, dass wir keine staufreie Stadt sind.

Wohlgemerkt: wir sind keine Autofahrer-Partei. Aber uns ist wichtig, dass man bei einem Mobilitätskonzept alle Verkehrsarten mit ins Boot holt.


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